Siebtes Gebot | Wie digitale Sexualität uns befreien kann

Digital und frei lieben: Aber nicht auf Kosten anderer

Siebtes Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.

Sexualität frei, selbstbestimmt und verantwortungsvoll leben: Ist das mit dem Internet vereinbar? Absolut, wenn alle verantwortlich handeln und nicht auf Kosten anderer.

© EKD | iStock.com/SeventyFour; iStock.com/AndreyPopov

Das Internet ist voller Sex: Pornografie, WebCam-Sex oder Sex-Dating – all das wird online angeboten. Gleichzeitig suchen und finden viele Menschen im Netz die Liebe fürs Leben. Digitale Technologien haben neue Begegnungsräume und neue Freiheiten geschaffen – aber auch neue Gefahren für die Freiheit: von Ghosting bis zur Pornosucht. Wie können wir Freiheitsräume nutzen und die Gefahren meiden? 

Evangelische Leitbilder von Partnerschaft und verantwortlicher Sexualität helfen, Chancen und Risiken im Digitalen klarer zu sehen. Danach kommt es gerade in intimen Beziehungen auf Vertrauen und Liebe, auf Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung an. Dem evangelischen Glauben zufolge will Gott die Beziehung zu freien Menschen. Entsprechend geht es auch im menschlichen Miteinander darum, die eigene Freiheit und die Freiheit des anderen zu achten. Das gilt gerade im Internet, das neue Freiheitsräume eröffnet, Beziehungen und Sexualität zu gestalten.

Pornografie verantwortlich gestalten

Digitale Plattformen haben Pornografie vielfältiger und zugänglicher gemacht. Viele Videos sind kostenlos streambar, Amateurpornografie ist weit verbreitet. Einerseits kann all dies das Sexualleben von Menschen beleben und anregen. Queer-Pornografie kann die Identität von Minderheiten stärken. Das macht Menschen freier. Andererseits verbreiten viele Pornos auch Vorurteile und unrealistische Vorstellungen von Sexualität, sind sexistisch oder diskriminieren Minderheiten. Gerade im Internet fehlt der nötige Kinder- und Jugendschutz, weil Alterskontrollen beim Zugang oft lax sind. Zudem muss auch bei Online-Pornografie sichergestellt sein, dass Darsteller:innen unter gerechten Bedingungen arbeiten können.

Dating ohne Diskriminierung? Für viele ist das Netz ein Freiheitsraum

Acht Millionen Menschen nutzen in Deutschland Online-Dating-Angebote. Einerseits haben diese Angebote viele Menschen freier gemacht: Sie konnten andere Menschen kennenlernen, die sie sonst nicht kennengelernt hätten, und Partnerschaften knüpfen. Das gilt gerade für sexuelle Minderheiten, die im Onlinedating einen diskriminierungsfreien Raum finden können. All das ist aus evangelischer Perspektive gut so. Andererseits fördert Online-Dating Problematisches: Man scannt Profile anderer nach bestimmten Punkten und steht in der Gefahr, andere wie Dinge zu betrachten. Online könnte jederzeit noch eine bessere Partnerschaftsoption zu finden sein. Das erschwert den Aufbau von Verbindlichkeit und gegenseitigem Vertrauen.

Verantwortlich gestaltete Sexualität im Digitalen fördern

Und so schnell, wie sich im Internet neue Beziehungen ergeben, so abrupt können sie enden: Digitale Kommunikationsformen haben das Ghosting leichter gemacht. Dabei wird ein frischer Kontakt, ein:e Sexualpartner:in, ein Beziehungsgegenüber einfach ignoriert, geblockt oder gelöscht. Das kann die geghostete Person traumatisieren. Andererseits können sich Menschen durch das Blocken auch vor nicht-konsensuellem Sexting und digitaler Gewalt schützen.

Die evangelische Kirche will dazu beitragen, dass Menschen einen positiven Zugang zur Sexualität finden und sie diese verantwortlich gestalten, auch im Digitalen. Kirchliche Bildungsprozesse sollen Menschen die Möglichkeit bieten, sich Sexual- und Beziehungskompetenzen anzueignen. Zudem setzt die evangelische Kirche sich auch für wirksamen Kinder- und Jugendschutz im Netz ein.

Video-Gespräch

Veranstaltung zum Siebten Gebot

Ein konkreter Termin wird noch bekannt gegeben. | Wo haben Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin kennengelernt? Zu den vielfältigen Formen in denen Menschen kennenlernen kann, ist in den letzten Jahren die Möglichkeit des Online-Datings dazugekommen. Welche Veränderungen können dadurch in unsrem …

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